Nufenen und Gotthard

Mit den beiden Pässen Nufenen und Gotthard wollen wir unser Twike zwar nicht vor eine allzu grosse Aufgabe stellen, aber doch das Pedalen geniessen. Der Nufenen ist für uns komplettes Neuland. Wir geniessen also nicht nur den sanften Sport, sondern auch die herrliche Bergwelt.

Faszinierende Bergwelt!

Ausblick in eine faszinierende Bergwelt beim Aufstieg auf den Nufenen!

Gemütlich, aber stetig geht es den Berg hinauf. Wir geniessen die frische Luft und den tollen Ausblick. Und damit wir von beiden mehr bekommen, fahren wir wenn immer es möglich ist, ohne Verdeck. Heute ist uns das Wetter hold. Wir fahren den ganzen Tag oben ohne…

Ein Kopftuch gegen den Wind, eine Kappe gegen die Sonne...

Ein Kopftuch gegen den Wind, eine Kappe gegen die Sonne…

Die Passhöhe des Nufenen ist der höchste Passübergang, der vollständig in der Schweiz liegt. Entsprechend liegt hier oben auch anfangs Juli noch Schnee. Wir geniessen den Anblick der „Eisberge“, allerdings erst, als wir einige Holländer masslos enttäuschen.

Sie haben uns auf dem Weg nach oben mit ihrem Auto überholt und uns anerkennend zugenickt, als sie sahen, wie wir kräftig in die Pedalen traten. Kaum oben angekommen war ihnen das sogar einen kurzen Applaus wert. Nach einiger Minuten der Unterhaltung war ihnen allerdings klar, dass wir diesen Hügel ohne Elektrounterstützung nie und nimmer geschafft hätten. Die Enttäuschung ist dann aber doch nur von kurzer Dauer. Der Fahrer entdeckt die Vignette und beginnt sofort zu lachen. Als ich ihm dann erkläre, dass diese nicht bloss zur Zierde im Twike klebt, verstummt sein Lachen abrupt und es macht sich wieder sowas wie ein Anflug von Bewunderung breit. Diesmal allerdings nicht für uns, sondern für unser Fahrzeug.

Die höchste Erhebung unserer Reise ist geschafft! Nufenenpass 2478 müM.

Die höchste Erhebung unserer Reise ist geschafft! Nufenenpass 2478 müM.

Die Fahrt vom Nufenenpass nach Airolo ist Genuss pur! Wir sehen mit Freude, wie die Menge an zurückgewonnener Energie fast so schnell, wie die Zahl der gefahrenen Kilometer wächst. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn du mit Rollen und Bremsen deine Akkus auffüllen kannst. Und das Gefühl ist einzigartig. Kein Verbrenner hat auch nur im Ansatz die Chance dazu! Entsprechend sinkt der Durchschnittsverbrauch immer weiter und der energieraubende Aufstieg ist bald (mindestens bezüglich Stromverbrauch) vergessen.

Normalerweise verschwinden wir unten in Airolo im Loch. Für einmal geniessen wir die Aussicht.

Normalerweise verschwinden wir unten in Airolo im Loch. Für einmal geniessen wir die Aussicht Richtung Süden.

Leider verpassen wir den Einstieg in die alte Passstrasse und müssen auf einer Art Autobahn bis auf die Gotthardpasshöhe mit allen anderen Fahrzeugen aufsteigen. Die neue Strasse aber hat auch ihr gutes. Alles ist ausgeebnet, so dass ich mit konstanter Geschwindigkeit fahren kann. Wir treten weiterhin kräftig mit und geniessen den seltenen Anblick, meistens brausen wir ja durch das Loch.

Von unserem Picknickplatz können wir die Passhöhe gut überblicken.

Von unserem Picknickplatz können wir die Passhöhe gut überblicken.

Wir verlassen die Passhöhe und klettern über Stock und Stein einen Hang hinauf. Wir wollen unser Picknick fernab des Trubels geniessen.

Ob wir hier etwas Strom klauen können? Wir überlassen die Ampèrekäfer dem armen aber kreativen Biker.

Ob wir hier etwas Strom klauen können? Wir überlassen die Ampèrekäfer dem armen aber kreativen Biker.

Bevor wir uns auf die Weiterfahrt machen, entdecken wir ein kurioses Solarvelo. Ein ganz kreativer Biker hat eine Methode entwickelt, wie er mit maximaler Solarfläche sein Velo aufladen kann. Die Panels lassen sich für die Fahrt übereinander fixieren und bei einem Stop zu einem veritablen Ladehalt umfunktionieren. Wir überlassen dem Biker die Sonnenkraft und entscheiden uns, auf dem Weg ins Tal erneut dem Akkuladen mittels Rekuperation zu frönen. Ohne grosse Anstrengung rauschen wir durch das Reusstal bis nach Flüelen und von da dem Vierwaldstättersee entlang nach Gersau. Wir wollen mit der Fähre die Fahrt etwas abkürzen und nach Beckenried übersetzen.

Das Treffen der kuriosen Fahrzeuge am Fährterminal in Gersau.

Das Treffen der kuriosen Fahrzeuge am Fährterminal in Gersau.

Als wir auf die Fähre warten, treffen wir auf zwei weitere Fahrzeuge, die auf unseren Strassen im Sinne eines Reisegefährtes eher Seltenheitswert geniessen. Zwei ältere Herren bereisen mit ihrem Traktor bei schwindelerregenden Spitzengeschwindigkeiten um die 30 km/h die Schweiz, während die Familie eines offensichtlichen Militärfans etwas zusammengepfercht auf einem Haflinger durch die Gegend stinken. Wir sind uns sofort einig: unser Fahrzeug ist nicht nur das Schönste, sondern auch das Sauberste. Und wie sich ganz zum Schluss unserer Tagesetappe zeigt, müssen wir uns mit dem Verbrauch auf unserem Pässetrip nicht verstecken.

Die Tagesbilanz nach zwei Pässen kann sich sehen lassen!

Die Tagesbilanz nach zwei Pässen kann sich sehen lassen!

Die Twiketour ins Obergoms hat grossen Spass gemacht und Petrus hat uns nach Kräften unterstützt!